Rheinspange: Dialogforum informiert sich zu Ergebnissen der UVS

Vorschau Ergebnistabelle der UVS

Das Dialogforum zum Projekt „Rheinspange 553“ kam am 22. Juni per Videokonferenz zur neunten Sitzung zusammen. Die Autobahn GmbH und das Gutachterbüro Cochet Consult stellten den 27 Teilnehmenden dabei die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) sowie der FFH-Verträglichkeitsprüfung (FFH-VP) vor.

Mit dem Abschluss der UVS wird eine umweltfachliche Bewertung aller vertieft zu prüfenden Varianten vorliegen. Hieraus ergibt sich eine Rangfolge der Varianten nach Umweltgesichtspunkten. Frank Bechtloff von Cochet Consult erläuterte dem Dialogforum Methodik und Ergebnisse von UVS und FFH-VP näher: Der letzte Arbeitsschritt bei der UVS war die Erstellung einer Auswirkungsprognose und eines Variantenvergleichs. Hierfür wurde zunächst für jedes Schutzgut der UVS eine Wirkungsprognose vorgenommen, um zu ermitteln, wie sich eine bestimmte Variante auf das Schutzgut auswirkt. Dabei wurden jeweils bestimmte Wirkfaktoren untersucht – beim Schutzgut Mensch waren dies u.a. der Verlust von Siedlungsflächen oder deren Beeinträchtigung durch Verlärmung, Schadstoffeinträge oder visuelle Überprägung. Hieraus wurden in einem zweiten Schritt Rangfolgen der Varianten nach ihren Auswirkungen auf die jeweiligen Schutzgüter abgeleitet. Endresultat ist schließlich eine schutzgutübergreifende Variantenreihenfolge.

Varianten 10T, 7T und 6aT erweisen sich aus Umweltsicht am vorteilhaftesten

In dieser belegen die Tunnelvarianten 10T, 7T und 6aT in engem Abstand zueinander die ersten drei Ränge – sie würden sich insgesamt am wenigsten stark auf die Umweltbelange im Untersuchungsraum auswirken. Variante 10T, mit einem Rheintunnel südlich von Niederkassel, schneidet dabei am besten ab. Am Ende der Rangliste befinden sich die Varianten 3B und 4B mit einer Brücke bei Godorf sowie Variante 9aB mit einer Brücke bei Niederkassel. Unter anderem würden diese Varianten zu erheblichen Beeinträchtigungen des FFH-Gebietes führen. Diese Rangfolge aus Umweltsicht ist bei der Ermittlung einer Vorzugsvariante jedoch nicht alleine maßgebend: In die Gesamtabwägung fließen neben der UVS weitere Faktoren ein. Daher kann die umweltfachlich „beste“ Variante von der gesamtplanerischen Vorzugsvariante abweichen.

Am Folgetag der Sitzung des Dialogforums wurde auch der politische Begleitkreis zur Rheinspange über die Ergebnisse der UVS informiert. Die nächste Sitzung des Dialogforums findet voraussichtlich im Winter 2022/23 statt. In dieser Sitzung wird dem Dialogforum die gesamtplanerische Vorzugsvariante der Rheinspange vorgestellt.

Der Fachvortrag der Sitzungen ist hier einsehbar. Die detaillierten Inhalte der Diskussion werden wie gewohnt in Form des Protokolls auf der Projektwebsite zur Verfügung gestellt, sobald dieses mit allen Beteiligten abgestimmt ist.

Umweltfachliche Bewertung der Varianten als Video

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Video nachträglich am 05.08.2022 zu dieser Seite hinzugefügt.

Kommentare

2 Antworten

  1. Sehr geehrte Damen und Herrn,
    Im politischen Begleitkreis am 23.6. habe ich nachdrücklich auf die im Variantenvergleich fehlende Darstellung eines Konfliktschwerpunkts der Variante 10 T hingewiesen, verbunden mit der Bitte dieser Eingabe entsprechend nachzugehen und mit in den Variantenvergleich einzubeziehen.
    1. Der Anschluss an die A 59 zerschneidet ein für die Städte Niederkassel und Troisdorf perspektivisch im Regional vorgesehenes interkommunales Gewerbegebiet. Dies ist u.a. Auch Bestandteil des Gewerbeflächeentwicklungskonzeptes des Rhein Sieg Kreises.
    Bei aktuell in der Region eklatantem Mangel an GE Flächen ist dies ein schwerwiegendes Kriterium gegen die Variante 10 T.
    2. Durch das entstehende Auffahrtsohr wird unmittelbar ein Wohngebiet „Am Vogelsang“ betroffen, hier sind die Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch zwingend nachzubessern !
    Mit diesen beiden Ergänzungen dürfte die Bewertung dieser Variante 10 T nicht so positiv ausfallen wie Ihrerseits dargestellt.
    Die Stadt Troisdorf erwartet hier eine deutliche Nachbesserung !
    Mit freundlichen Grüßen
    Walter Schaaf
    Technischer Beigeordneter

    1. Sehr geehrter Herr Schaaf,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Im Rahmen der UVS wurde in der Wirkungsprognose nur auf Flächen eingegangen, die einen ausreichend verfestigten Planungsstand aufweisen (Flächennutzungsplan und ggf. Hinweise der Kommunen auf Wohnerweiterungsflächen). Das von Ihnen angesprochene interkommunale Gewerbegebiet im Regionalplan erfüllt diese Anforderung nicht. Eine erneute Überprüfung dieser Flächen bestätigt den heute zur Berücksichtigung nicht ausreichenden Planungsstand.
      Nach gegenwärtigem Planungsstand in der Objektplanung berührt das entstehende Auffahrtsohr im Knotenpunkt O5 das Wohngebiet „Am Vogelsang“ baulich nicht. Dies können Sie im interaktiven Kartenmodul überprüfen. Die dennoch damit verbundenen Auswirkungen, wie beispielsweise auf das Schutzgut Mensch, sind in der Variantenbewertung der UVS auch berücksichtigt worden.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Ihr Rheinspangen-Team

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