Hintergrund und Bedarf

Die Region rund um die beiden Städte Köln und Bonn weist eine hohe Wachstumsdynamik auf. Sie ist beliebt zum Wohnen und Arbeiten: Zwischen 2000 und 2017 war der Bevölkerungsgewinn nirgends in NRW so groß wie in der Wirtschaftsregion Köln/Bonn – die u.a. die beiden Städte, sowie den Rhein-Erft- und den Rhein-Sieg-Kreis umfasst. Ein Trend, der sich fortsetzen dürfte: Im Jahr 2040 sollen demnach 9,5 Prozent mehr Menschen in der Region leben als noch 2014 – für keine andere Wirtschaftsregion in NRW wird ein so starkes Wachstum prognostiziert. Gleichzeitig ist die Region ein prosperierender Wirtschaftsraum mit einer positiven Arbeitsplatzentwicklung: Zwischen 2008 und 2017 wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hier um 17,9 Prozent. (Quelle: NRW.Bank

Probleme durch zunehmenden Verkehr

Für ihren Erfolg ist die Region auf eine gute Vernetzung zwischen links- und rechtsrheinischen Siedlungsräumen sowie Gewerbe- und Industriestandorten angewiesen. Dies wird immer wichtiger, da auch das Verkehrsaufkommen durch das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum seit Jahren steigt. Die vorhandene Infrastruktur wirkt dabei jedoch als Bremse für die positive Entwicklung, denn die verkehrliche Situation hat sich zuletzt immer weiter verschlechtert.


Wer heute zwischen Köln und Bonn im Auto unterwegs ist, braucht häufig Geduld – insbesondere bei der Überquerung des Rheins. Hierfür müssen zum Teil große Umwege auf sich genommen werden: Die einzigen Wege führen über die A4 mit der Rodenkirchener Rheinbrücke im Norden und die A565 mit der Friedrich-Ebert-Brücke im Süden. Diese sind bereits heute stark belastet: Laut Straßenverkehrszählung 2015 nutzen im Schnitt ca. 134.000 Kraftfahrzeuge pro Tag die A4 im Bereich der Rodenkirchener Brücke, auf der A565 im Süden sind es ca. 103.000. Häufige Staus sind die Folge: In Bonn standen Autofahrerinnen und -fahrer im Jahr 2018 bereits durchschnittlich 104 Stunden im Stau – der Spitzenwert in NRW. In Köln waren es 99 Stunden (Quelle: INRIX). Sind die bestehenden Rheinquerungen blockiert oder gesperrt, ist keine Alternative vorhanden. Für viele Pendler, Dienstleister und Gewerbetreibende ist die Situation in der Region entsprechend eine große Belastung.

Eine neue Rheinquerung sorgt für Entlastung

Im neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP 2030), den der Deutsche Bundestag im Dezember 2016 beschlossen hat, wurde eine neue Autobahnquerspange zwischen der rechtsrheinischen A59 und der linksrheinischen A555 mit einer Rheinquerung zwischen Köln und Bonn entsprechend in den „Vordringlichen Bedarf“ eingestuft. Die neue Verbindung soll die Verkehrssituation entspannen, indem Fahrtzeiten deutlich verkürzt, die Kölner Autobahnkreuze entlastet und eine Alternativroute bei Staulagen im Bereich der A4 und A565 ermöglicht werden. Zudem würde die Rheinspange eine deutlich verbesserte Flughafenanbindung für die linksrheinischen Gebiete bedeuten und die Unternehmen der chemischen Industrie rund um Köln aufgrund der besseren Vernetzung stärken.

Der gesetzliche Bedarfsplan ist die Grundlage für den Bau von Bundesfern- und Landesstraßen. Mit der Einstufung der Rheinspange in den „Vordringlichen Bedarf“ besteht für den Landesbetrieb Straßenbau NRW als zuständige Straßenbauverwaltung ein konkreter Planungsauftrag.

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