Umweltverträglichkeitsstudie

Im Fall der Rheinspange ist Straßen.NRW als Planungsträger verpflichtet, eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchzuführen. Diese ist ein Instrument zur wirksamen Umweltvorsorge, deren Ergebnis bei der behördlichen Entscheidung über die Zulässigkeit eines Vorhabens berücksichtigt wird. Ziel der UVP ist es, die Umweltauswirkungen verschiedener Varianten frühzeitig genau zu prüfen. Dazu werden die Auswirkungen auf die verschiedenen Schutzgüter gemäß § 2 Abs. 1 des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVPG) ermittelt, beschrieben und bewertet. Die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) ist der Teil der UVP, in dem die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der Umweltauswirkungen textlich und kartografisch dargestellt wird. 

Mit der vertiefenden Raumanalyse ist der zweite Teil der UVS zur Rheinspange abgeschlossen. Damit liegen nun weitere Zwischenergebnisse der UVS vor. Die Raumanalyse widmet sich der vertieften Untersuchung des Planungsraumes. Alle relevanten Schutzgüter wurden systematisch erfasst, bewertet und kartographisch dargestellt. Zusammengenommen ergibt sich daraus eine Raumwiderstandskarte für den Untersuchungsraum.

Interaktives Kartenmodul zur Raumanalyse

Hier können Sie den Planungsraum der Rheinspange 553 selbst erkunden! Wo befinden sich bedeutende Erholungsräume oder Schutzgebiete? Welche Freiflächen sind für das Klima in den Siedlungen besonders wichtig? Wo befinden sich Bau- oder Bodendenkmäler? Ob Sie sich einen Gesamteindruck vom Untersuchungsraum machen möchten oder sich für ein bestimmtes Schutzgut interessieren – in einem interaktiven Kartenmodul haben wir diese und viele weitere Informationen aus der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) übersichtlich für Sie aufbereitet.

Ziel der Anwendung ist eine anschauliche Darstellung wesentlicher Raumwiderstände im Planungsraum der Rheinspange 553 für die allgemeine Öffentlichkeit.
Wir weisen darauf hin, dass die Karten nicht die vollständigen Zwischenergebnisse der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) wiedergeben.
Diese entnehmen Sie bitte dem Gesamtbericht und den Karten der UVS.

Ergebnisse der vertiefenden Raumanalyse

Innerhalb des Untersuchungsraums für die UVS wurden die Schutzgüter Mensch, und dabei insbesondere die menschliche Gesundheit, Luft und Klima, Wasser, Boden, Fläche, Landschaft, Tiere, Pflanzen sowie das kulturelle Erbe und sonstige Sachgüter vertieft untersucht. Auf Basis der verfügbaren Daten wurde eine Bestandsbeschreibung und -bewertung zum jeweiligen Schutzgut erstellt. Auch bestehende Vorbelastungen sowie Schutzausweisungen wie z.B. Wasser- oder Naturschutzgebiete wurden berücksichtigt. In die Gesamtbetrachtung wurden auch Wechselwirkungen einbezogen – sowohl zwischen einzelnen Schutzgütern als auch schutzgutübergreifend zwischen verschiedenen Landschaftsräumen und Ökosystemen.

Aus den Bewertungen und kartographischen Darstellungen der Schutzgüter ergibt sich ein Gesamtbild über die Raumwiderstände im Untersuchungsraum. Auf dessen Grundlage stellt der Bericht zur Raumanalyse fest, dass sich im Untersuchungsraum keine durchgängig konfliktarmen Korridore ableiten lassen. Im nördlichen Untersuchungsraum ergeben sich unter anderem durch das FFH-Gebiet Rhein-Fischschutzzonen und den Hochwasser-Retentionsraum östlich des Langeler Rheinbogens hohe Raumwiderstände. Im südlichen Untersuchungsraum stellen unter anderem die geschlossene Besiedlung und das Wasserschutzgebiet Urfeld hohe Raumwiderstände dar. Aus umweltfachlicher Sicht bestehen kaum Möglichkeiten für eine konfliktfreie Trassenführung.

Die Ergebnisse der UVS fließen als ein Kriterium in den Abwägungsprozess bei der Variantenfindung ein.